South By Southwest (SXSW) 2012 in Austin, Texas

Bei der 26. SXSW Music Conference in Austin/Texas organisierte die Initiative Musik den dritten deutschen Gemeinschaftsauftritt  größten nordamerikanischen Kreativbranchenmesse. 


On Board with the Germans


Besonders erfreulich war der  Erfolg unserer Showcase-Premiere:
Um bei der SXSW als noch nicht renommierter Musiker einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, muss man sich bisweilen etwas einfallen lassen – zu groß die Gefahr, bei der nahezu unüberschaubaren Anzahl an Konzerten unterzugehen. Deshalb haben wir zum ersten Mal zu einer musikalischen Bootstour eingeladen: Bei der zweistündigen Rundfahrt „On Board with the Germans“ auf dem Lady Bird Lake präsentierten sich die drei deutschen Bands Fenster, Talking To Turtles und Touchy Mob an Deck des „Lone Star Riverboat“ über 100 Zuschauern, die sich aus internationalen Journalisten, Festival-Bookern und Label-Scouts zusammensetzten.


 
Fenster-Showcase auf dem Lady Bird Lake. (Foto Katja Ruge) 


Die Band
 Fenster begeisterte mit dreampoppigen Klängen, das Duo Talking To Turtles bezauberte das Publikum mit seinem Indie-Folk-Stücken und der Berliner Musiker Touchy Mob überzeugte mit Elektronika-gesprenkelten Songwriter-Folk. Während der Konzerte zog das musikalische Schiff an Austins Skyline vorbei, hier und da waren Soundchecks aus diversen Winkeln der Stadt leise hörbar.

In solch einer schönen Atmosphäre – irgendwie mittendrin und trotzdem raus aus dem Trubel, der während der Festivaltage in der gesamten Stadt vorherrscht – war es ein Einfaches für die Musiker, einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Auch Rémi Letournelle von der Band Fenster bekräftigt: „Dieser Auftritt war ganz besonders für uns: Einmal ist ein Konzert auf einem Schiff nicht alltäglich – zudem war das Publikum außergewöhnlich aufmerksam. Insgesamt war es eine gute Promotion für uns: direkt nach unserem Set kam ein amerikanischer Konzert-Booker auf uns zu und möchte künftig mit uns zusammen arbeiten.“


Clubshows der deutschen Bands

Auch die Clubshows der deutschen Bands liefen super – wie zum Beispiel bei Bonaparte. Das Berliner Kollektiv spielte vier Gigs und begeisterte unter anderem im Club „The Iron Bear“ das Publikum: Zu neunt auf der Bühne, schafften die verkleideten Musiker es mit ihrer Rock´n´Roll-Elektro-Punk Mischung umgehend, die Zuschauer in eine euphorische Partystimmung zu versetzen. Die Textsicherheit im Publikum bewies, wie heiß der erste US-Austritt der Musiker ersehnt wurde. „Es ist ein wichtiger Moment für die Band, sich nun auch in den USA zu beweisen. In dem Club, indem wir gespielt haben, war es sehr voll – man hat schon bemerkt, dass sich die Leute Kreuze in ihren Kalender gemacht haben, um uns zu sehen. Das war ein toller Auftritt, bei dem 
sich ganz schnell der Schalter bei den Zuschauern umgelegt hat und einfach abgetanzt wurde“, freut sich Bonaparte-Kopf Tobias Jundt.

 

Die Band Bonaparte mit Frontmann Tobias Jundt im
 „The Iron Bear".
  (Foto Katja Ruge)


Insgesamt wurden zehn deutsche Bands bei ihren Auftritten in Austin unterstützt – fünf Bands wurden mit Mitteln der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie gefördert, fünf weitere haben Kurztourförderung der Initiative Musik erhalten.

Zu den Bands gehören: Abby, Apparat Band, Bonaparte, Coma, Dena, Emma Heartbeat, Fenster, Talking To Turtles, Touchy Mob, Shandy Mandies.

 
Wunderbar – finest lunch with the Germans


Einer der Höhepunkte der deutschen Präsenz auf dem SXSW war auch in diesem Jahr wieder „Wunderbar – finest lunch with the Germans“. Über 400 internationale Gäste aus Musikbranche, Medien, Politik und Wirtschaft kamen im Restaurant Parkside auf der Sixth Street zusammen. Hier konnten in entspannter Atmosphäre Kontakte geknüpft oder intensiviert werden.


Für die passende musikalische Untermalung sorgten DJ-Sets von deutschen Künstlern: Apparat, Bonaparte, Coma, Dena und Touchy Mob standen hinter den Plattentellern und brachten die Besucher auf der sonnigen Terrasse zum Mitwippen bis Tanzen. „Es ist schön, wenn man auf so einem riesigen Musikrummelplatz wie dem SXSW solche Oasen wie die Wunderbar Lunch Party findet“, sagt Sascha Ring aka Apparat über den Nachmittag.

 

Sascha Ring aka Apparat auf dem „Wunderbar –
finest lunch with the Germans“ 
(Foto: Katja Ruge)                                                                                                                                                                                                                                                         

Und der US-Journalist Charlie Amter („Hollywoodreporter”) schrieb hinterher: „The brunch was a big hit on 6th street. Trust me, everyone was talking about how good the DJs were and the brunch, too!”


Messe-Auftritt der Germans


Auf der Messe stellten die Deutschen unterstützt vom Auslandsmesseprogramm des Bundes nach dem Gemeinschaftsauftritt von 
Irland/UK die zweitgrößte europäische Delegation: Insgesamt haben sich 41 Unternehmen aus den drei Bereichen Music, Film und Interactive für den deutschen und Hamburger Gemeinschaftsstand bei der SXSW angemeldet: Ob Plattenlabel, Musikverlage, Online-Services oder Start-Ups – die deutschen Aussteller sorgten für ein erhöhtes Besucheraufkommen.


Die Organisatoren der deutschen Stände (vlnr): Anton
 Teichmann (Initiative Musik), Nadine Riede (Berlin
 Music Commission),  Mike Heisel (Initiative Musik),
 Katja Hermes (Initiative Musik), Alexander Schulz
 (Reeperbahnfestival), Manuela Keller (Messe Stuttgart),
 Kathrin Gemein (Initiative Musik)      
(Foto: Katja Ruge)   

                                                                                                                                                                                                Die Aussteller waren zufrieden: „Da das Fraunhofer Institut für Digitale Medientechnologie einen technischen Hintergrund hat, war für mich die SXSW Interactive am relevantesten. Als besonders spannend empfand ich die aktuellen Entwicklungen, Konzepte und Apps für die Bereiche community-based Gaming, Fotoungsmedien und Sport. Einmal im Jahr ist die SXSW einfach für die gesamte Branche der Nabel der Welt - hier werden kompakt alle neuen Trends aufgezeigt, deren emotionale Klammer oft die Musik ist“, sagt Aussteller Holger Grossmann vom Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (Ilmenau).

„Man kann bereits jetzt sagen, dass wir bei der SXSW einen sehr guten Schritt 
nach vorne gemacht haben. Die positive Entwicklung ist maßgeblich der Initiative Musik und der guten Kooperation mit Hamburg und Berlin zu zuschreiben. In den letzten drei Jahren wurde die deutsche Präsenz in Austin so ausgebaut, dass der Wahrnehmungsfaktor deutlich gestiegen wurde. Der deutsche Pavillon als zentrale Anlaufstelle, das Wunderbar Lunch als eine feste Einrichtung und die Auftritte der Bands und Künstler sind gut besuchte Events“, fasst unser Aufsichtsratsvorsitzender Mike Heisel die deutsche Präsenz auf der SXSW zusammen.

 
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