- Unterstützung für 25 Künstler- und 4 Infrastrukturprojekte
- überzeugende Anträge aus dem Bereich Jazz
- Annahmeschluss für zwölfte Förderrunde: 12. Oktober 2010
Berlin, 10. August 2010
Auf seiner aktuellen Quartalssitzung bewilligte der Aufsichtsrat der Initiative
Musik gGmbH die Förderung von 25 Künstler- und 4 Infrastrukturprojekten. Mit
einem Mittelzuschuss von rund 462.000 Euro und einem durchschnittlichen
Förderanteil von 37,5 Prozent bewegt das Gremium damit ein wirtschaftliches
Gesamtvolumen von mehr als 1,2 Mio. Euro.
Künstlerprojektförderung – Immer für eine Überraschung gut
„Die Vielfalt der verschiedenen Künstleranträge beeindruckt uns jedes Mal.
Diese musikalische Bandbreite macht es allerdings nicht immer leicht, eine
endgültige Auswahl zu treffen, zumal darüber hinaus auch ein solides,
wirtschaftliches Konzept überzeugen muss. Mich haben in dieser Förderrunde
besonders der Russian-Balalaika-Speedfolk der Cosmonautix, der Folkpop von
MissinCat und der unverwechselbare Jazzstyle von [em] aufhorchen lassen. Bei
allen drei Acts freu ich mich schon jetzt darauf, was wir dank Förderung der
Initiative Musik von ihnen noch alles zu hören bekommen werden", erklärt Jörg
Evers, Mitglied im Aufsichtsrat.
Förderung erhält auch das Debüt von Doctorella. Dahinter verbergen sich die
beiden Zwillingsschwestern Sandra und Kerstin Grether aus Berlin. Als
erfolgreiche Autorinnen und Journalistinnen wissen beide mit Sprache
umzugehen. Wenn jetzt Musik und Musiker wie Tobias Levin (Blumfeld,
Tocotronic u.a.) oder Jens Friebe dazu kommen, kann man
Außergewöhnliches erwarten. Zur Förderung sagen beide Frauen: "Die
Initiative Musik hilft da, wo man sie wirklich braucht. Das gibt uns die
Möglichkeit unsere Visionen ohne Kompromisse umzusetzen. Jetzt können wir
mit größerer Leichtigkeit genau die Platte machen, die wir wollen, und sie
effektiv dem Publikum zugänglich machen. Außerdem finden wir es immer
super, wenn in dieser männerdominierten Rockwelt Musikerinnen supported
werden."
Künstlerprojektförderung – Treffen der Generationen
Beat!Beat!Beat! kommen aus Viersen in Nordrhein-Westfalen, nahe der
holländischen Grenze, und sind das, was man echten Nachwuchs nennt. Als
sich die Band 2007 gründete, waren die vier Musiker gerade mal 16 und
17 Jahre alt und kurz davor ihr Abitur zu machen. Mittlerweile haben sie in
Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden gespielt und
bereits ein Booking für das international renommierte US-Festival South by
Southwest (SXSW) 2011 in Austin, Texas anvisiert. „Als wir erfahren haben,
dass unser Projekt "Beat!Beat!Beat!" gefördert wird, haben wir uns riesig
gefreut. Wir glauben an die Band und die Initiative Musik tut es auch. Das
macht Mut. Danke.", äußert Dennis Scheider vom verantwortlichen Label
Richard-Mohlmann-Records zur Unterstützung der Debütveröffentlichung.
Mit Faust erfährt ein Projekt Förderung, dass definitiv nicht mehr Nachwuchs
ist. Im Gegenteil. Faust gehörten bereits Anfang der 70er mit Kraftwerk, Neu,
Can oder auch Amon Düül zu den entscheidenden Wegbereitern
experimenteller, deutscher Rock- und Elektronikmusik im Ausland. Bis heute
zitieren Bands wie Radiohead oder auch die Red Hot Chili Peppers die Gruppe
als wichtige Inspiration. Seit über 40 Jahren stehen Faust unbeirrbar für
musikalische Innovation. Ihr Songtitel „Krautrock“ wurde sogar von der
Musikpresse als Genrebegriff übernommen. Im Herbst dieses Jahres erscheint
nun ein neues Album. „Das neue Faust-Album wäre auch ohne die Förderung
der Initiative Musik produziert worden, aber die Unterstützung ermöglicht eine
internationale Marketing- und Promotion-Kampagne, die dem Stellenwert der
Gruppe weltweit Rechnung trägt und die es in diesem Umfang sonst nicht
gegeben hätte", erklärt Gunther Buskies seitens der Produktion von Bureau B.
Weitere Information zu den geförderten Künstlerprojekten finden Sie bitte in der beigefügten Anlage.
Mehr Jazz – erstklassige Musik und gute Konzepte
Neben Künstlerprojektanträgen aus Pop, Elektronik, Folk, Indie-Rock oder Metal
gab es auch mehrere Einreichungen im Bereich Jazz. Besonders zu nennen ist
das Trio [em], das die ZEIT bereits zum „aufregendsten Pianotrio der Welt“ erklärt
hat und von dem der britische OBSERVER meint: „This is the future sound of
Jazz.“ Eva Kruse, Bass, Eric Schaefer, Schlagzeug und Michael Wollny, Piano
heißen die Drei, die nicht nur Musikpresse und Publikum begeistern. Ihre aktuelle
Veröffentlichung trägt den Titel „[em] 3“ und die bevorstehende Deutschlandtour
im Oktober wird durch die Initiative Musik gefördert.
Die „German Jazz Night“ wiederum gehört zu den vier durch den Aufsichtsrat
bewilligten Infrastrukturprojekten. „Sie findet erstmals im Rahmen des
jazzahead!-Festivals 2011 statt und eröffnet sechs deutschen Bands über ein
Juryverfahren die Möglichkeit, sich einem internationalen Fachpublikum
bestehend aus Konzert- und Festivalveranstaltern, Agenturen und Bookern zu
präsentieren. Deshalb unterstützt die Initiative Musik gerne diese Idee“, erläutert
die Geschäftsführerin Ina Keßler. Nach fünf Jahren ist jazzahead! in Bremen zu
einer festen Institution für die europäische Jazzbranche geworden. Die
Kombination aus Messe, Festival, Konferenz und Symposium mit Jazz im
Zentrum zieht Fachleute aus Deutschland, Europa und mittlerweile auch aus
Übersee an. Neben dem Showcase-Programm richtet jazzahead! im Rahmen
des alle zwei Jahre stattfindenden German Jazz Meetings den Blick speziell auf
deutsche Labels, Agenturen und Vertriebe und schafft nicht zuletzt im
Ausstellungsbereich gute Voraussetzungen, um Kontakte ins Ausland
aufzubauen und zu intensivieren.
Weitere Information zu den geförderten Strukturprojekten finden Sie bitte in der beigefügten Anlage.
Anträge für die zwölfte Förderrunde der Initiative Musik gGmbH können bis Dienstag, den 12. Oktober 2010, 18 Uhr eingereicht werden.
Beantragt werden können Projekte mit einer Eigenbeteiligung von mindestens 60%. Bewilligt wurden bisher 285: 54 Infrastruktur- und 206 Künstlerprojekte.
Weitere Informationen unter http://initiative-musik.de/index.php?id=4
Für weitere Informationen und Fotos wenden Sie sich bitte auch an:
Initiative Musik gGmbH
Linienstrasse 130
10115 Berlin
0049-30-531475-450
Ansprechpartner: Ina Keßler
presse@initiative-musik.de
www.initiative-musik.de
Die Initiative Musik gGmbH wurde im Oktober 2007 mit dem Ziel gegründet,
Musiker, Personen mit Migrationshintergrund und Musikunternehmen der Sparten
Rock, Pop und Jazz zu fördern sowie populäre deutsche Musik im Ausland zu
verbreiten. Sie ist eine Fördereinrichtung für die deutsche Musikwirtschaft.
Seit 2008 wurden insgesamt 285 Künstler- und Infrastrukturprojekte bewilligt.
Dafür wurden durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und
Medien auf Grund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages bislang
Fördergelder in Höhe von 6 Mio. EUR bewilligt.
Die GEMA/GEMA-Stiftung und die Gesellschaft zur Verwertung von
Leistungsschutzrechten (GVL) beteiligen sich am Budget der Initiative Musik. Sie
wird getragen von der GVL und dem Deutschen Musikrat e.V. Der Aufsichtsrat
besteht aus 12 Mitgliedern, paritätisch besetzt mit sechs aus der Politik und
sechs aus der Musikwirtschaft. Der Aufsichtsrat entscheidet über die
Förderanträge. Vorsitzender ist Dieter Gorny, seine beiden Stellvertreter sind
Steffen Kampeter (MdB) und Carsten Schneider (MdB). Die Geschäftsführung
liegt bei Ina Keßler.