Beißpony

Name

Beißpony

Mitglieder


Laura Melis Theis
Stephanie Müller

Ort

München

Bundesland

Bayern

Genre

Indie/ Folk/ Singer-Songwriter

Label

Chicks On Speed Records

Fördergegenstand

PR und Marketing
Tour/Festival

Förderrunde

19 (2012)

Website

www.facebook.com/Beisspony

Kontakt

pw(a)chicksonspeed-records.com

Booker

Tourdaten

Presseinfo

Das Beißpony gibt es wirklich. Es ist links rosa, rechts blau, hat ein Horn und eine schwarze Mähne und einen Bauch voller zerquetschter Spielzeugautos, vor allem aber hat es rasiermesserscharfe, haifischartige, ungesund gelbe Zähne, denen es seinen Namen verdankt. Geboren wurde es im Jahr 2006, als mit Steffi und Laura eine Songwriterin und eine Textilkünstlerin aufeinandertrafen und spontan besc...

hlossen gemeinsam Musik zu machen: Die eine benähte einen Mantel, die andere revanchierte sich mit einer Cd und das Beißpony-Experiment war geboren: Halb Band, halb Performance-Duo. Halb Geschichten, halb Geräusche. Halb charmant, halb dilletantisch. Halb Songwriting, halb Improvisation.

Ein Drittel Piano, ein Drittel umgebautes Schlagzeug und ein Drittel singende Nähmaschinen, sprechende Röcke, klappernde Regenschirme, lärmende Spielzeugpistolen, ratternde Schreibmaschinen und ein Geräuschorchester aus der Spielzeugkonserve. Fragt man das Beißpony nach seiner inzwischen fünfjährigen Lebensgeschichte, glühen seine Augen rot auf und es berichtet von Konzerten in Italien, Österreich und Deutschland, von Festivals und Kunstgallerien, Seifenblasen, Luftballons und Flaschenpostbotschaften an das Publikum, spontanen Modeperformances und Zombietänzen, Ladyfesten und dem Traum einmal auf einem Tretboot zu Wasser zu spielen. Zu Hause fühlt es sich aber immer noch in der d.i.y.-Kulturstation Kafe Kult.

Das Kafe Kult ist nich nur der Ort, an dem sich Steffi, Laura und das Beißpony kennen gelernt haben und zum ersten mal gemeisam aufgetreten sind – es diente ihnen auch als improvisiertes d.i.y.-Studio für eine einwöchige Kamikaze-Aufnahmesession mit viel Eiscreme. Das Ergebnis ist ein Album namens „Every Day is your Birthday“, das von einer Unicorn-Laura und einer Cyclops-Steffi mit Breze in einer Gehirnpilzlandschaft geziert ist. Dieser Titel ist nicht zufällig gewählt: Jedes Exemplar des Albums ist ein handgenähtes und –gestempeltes Unikat, das sich wie ein kleines Geburtstagsgeschenk anfühlt, welches man erst einmal mit einer kleinen Schleife aufbinden muss. Und wie bei einer ordentlichen Geburtstagsfeier wird das ganze Spektrum abgedeckt, so dass man vorher nie genau weiß, was einen erwartet: Die Geschichten, die in den Liedern erzählt werden, reichen von beklemmend (etwa beim Mord an der Kellnerin „Diane“) zu melancholisch (etwa der romantisch überhöhte Wasser-Selbstmord in „Mathilda’s Last Summer“) zu wütend („Too LittleToo Late“) zu lustig-ironisch wie bei „Big Bottom“ – ein Cover von Spinal Tab, für das sich die Bandmitglieder bei der Aufnahme stilecht in Axl-Rose-Glam-Rock-Verkleidungwerfen mussten, um dann die Pseudo-Machoposen mit amplifizierten Elektozahnbürstengeräuschen zu durchstören. Und manchmal hört es sich wirklich einfach nur höchst geburtstaglich an: Mal erklingen Topfschlagen und Spielzeugautos im fröhlichen Nonsens-Lied „Pony Killer Pie“, mal singt ein rosagehörntes Einhorn namens Isolde was es von Arbeit und Selbstmord hält ("Insolde's very insightfulviews on going to work and suicide“), mal verwandelt sich ein kleines leises Schluchzen in einen lauten Partybeat („Sniff Squiff“) und den krönenden Abschluss bildet passenderweise das „Fairy Tale Ending“, das sich in über sieben Minuten von sanfter Zerbrechlichkeit mit Klavier und Gesang in eine tosende Geräuschparty mit allen erdenklichen Instrumenten und Spielzeugen entwickelt. Überhaupt lebt das ganze Album von ungewöhnlichen Geräuschen: Nähmaschinen und eine Robotersimme aus dem Stylophon („Devil Song“), Schreibmaschine und zerknülltes Papier („Jelousy is a Luxury’), ein zweckentfremdeter alter Farbsprenkler („Evil Xerox“) oder ein leicht verstimmtes Hackbrett („Some boys are good“).

Alles in allem sehr sympathisch präsentiert, bei aller Experimentierfreude überraschend melodiös und gespickt mit einer Hommage an Musik, die von Husker Dü über Scout Niblett und Herman Düne bis zu TheTerrordactyls reicht. Ein guter Grund, jeden Tag Geburtstag zu feiern.

 
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