Anna Depenbusch

Anna Depenbusch

Name

Anna Depenbusch

Ort

Hamburg

Bundesland

Hamburg

Genre

Pop

Label

105music

Fördergegenstand

Produktion

Förderrunde

10 (2010)

Website

www.annadepenbusch.de

Kontakt

info@105music.com

Kurztext

Auf das edle Label für deutschsprachige Musik hat es Anna Depenbusch geschafft und ist damit im gleichen Hause wie Annett Louisan, Ina Müller und Ulita Knaus. Eine bessere musikalische Heimat konnte die Hamburgerin gar nicht finden. Ihr am Jazz geschulter Gesang und ihre Eigenkompositionen zwischen Pop, Jazz und Chanson sind genau das, wonach das Label ständig sucht: anspruchsvolle Unterhaltungsmusik der Jetztzeit. Im Januar 2011 erscheint das neue Album „Die Mathematik der Anna Depenbusch“.

Presseinfo

MATHEMATIK der ANNA DEPENBUSCH in SCHWARZ-WEISS“

Selten begann ein Jahr in Pop-Deutschland so erfreulich und überraschend wie das Jahr 2011. Im Januar erschien „Die Mathematik der Anna Depenbusch“. Mit dem Album etablierte sich Anna Depenbusch fast aus dem Stand als Pop-Chansonsängerin von Format, voller Esprit, Leichtigkeit und Tiefsinn. Texte und Musik hatte sie selbst geschrieben. „Die Mathematik“ war alles andere als arithmetisches Graubrot für die grauen Zellen. Vielmehr ein hinreißender Film für die Ohren, opulent arrangiert und ungewöhnlich fantasievoll produziert. Vier Lieder wurden sogar von einem Sinfonieorchester eingespielt. Die Resonanz auf die Platte war sehr erfreulich. Die Zeitungen schrieben, Radio- und Fernsehsender rissen sich um Interviews und Auftritte. Auch auf einer großen, vierwöchigen Deutschland-Tour im Frühjahr mit Band nahm Anna Depenbusch mit ihrer hintergründigen Fröhlichkeit das Publikum im Sturm. Nur wenn sie damals schlafen ging, blieb ein Wunsch wach: die Lieder alle noch einmal aufzunehmen. Allein. Am Klavier. Ohne Netz und doppelten Boden. Nur ihre Stimme, dazu das große, geheimnisvolle Instrument voller entdeckter und noch zu entdeckender Klänge.

„Ich war es den Liedern schuldig“, sagt Anna. Denn die Songs waren ursprünglich alle am Klavier entstanden, und zwar so, dass Anna sie jederzeit auch allein vortragen könnte. Dabei hatte sie als Kind um das Instrument am liebsten einen großen Bogen gemacht. „Ich hatte Unterricht, aber ich hab das Klavier gehasst.“ Vor drei Jahren öffnete sich plötzlich der dunkle Sesamkasten mit der schwarz-weissen Tastatur. Anna stellte fest, dass nichts sich dem lebendigen Fluss ihres Gesangstempos und dem Auf und Ab den Stimmungen und Lautstärken so wunderbar anpasst wie ein Klavier, das sie selbst spielt. Um auch handwerklich wieder mit dem Instrument warm zu werden, zog sie sich damals einen Winter lang ins Schloss Salzau zurück, wo sich um diese Jahreszeit Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Mutterseelenallein war sie da. Das ist so Annas Art, seit sie vor zehn Jahren auf einer langen, unbegleiteten Reise nach Island sich selbst nahekommen wollte und wie nebenbei auch noch einen ganzen Haufen alter Ängste verlor. In der Einsamkeit und Dunkelheit des Nordens fühlt Anna sich wohl. Phasen des Alleinseins sind auch dazu da, das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten zu festigen. Jetzt, nach dem tollen Überraschungserfolg mit der „Mathematik“, wollte Anna als Interpretin ihrer Lieder die totale Freiheit des Alleinseins auch im Studio erleben. Kein Klick im Ohr, kein regelmäßig tickendes Schlagzeug, keine Gruppendynamik. Nur ihr Atem, ihre Songs und das spät geliebte Zauberinstrument und eine Schlafmatratze mitten im Aufnahmeraum. Sie war neugierig auf sich selbst: Wie vielseitig kann ein Album sein, wenn sich alles nur noch auf das Wesentliche reduziert?

Im Juli, nach wochenlangem, intensiven Piano-Training und Ausprobieren neuer Arrangements, nistete Anna Depenbusch sich für fünf Tage ins legendäre Hamburger Gaga-Studio ein, um dort ihre Tasten- und Gesangsmeditation aufzunehmen – „Die Mathematik der Anna Depenbusch in schwarz-weiss“. Natürlich ist das Wort vom schwarz-weiss zuerst ein Hinweis auf die Tasten. Aber in den Assoziationsräumen ihrer Fantasie war von Anfang an Platz für viel mehr: „Licht und Schatten, Optische Täuschungen, Kontraste, Streifen und Karos, Herbst und Winter, 20er-Jahre Stummfilm, Finger und Hände, Kaleidoskop, Geschichtenerzähler, Jules Verne, Ernst Haeckel, M. C. Escher.“ Diese Namen, Wörter und Begriffspaare notierte sich Anna in der heißen Phase vor den Aufnahmen gewissermaßen als gedankliche Sprossen, an denen die Lieder und die Klavierbegleitung sich emporranken sollten.

In schwarz-weiss hat Annas Stimme neue Freiräume gewonnen. Mit diesem Soloalbum markiert sie ihre Position im Kosmos der singenden Pop-Damen deutscher Zunge noch einmal neu. Jetzt leuchtet sie als besonders heller, in vielen Zwischentönen schillernden Stern. Nicht nur in der Fotografie ist schwarz-weiss zugleich das Format für klare Kontraste und für eine ganze Welt voller Schattierungen. So persönlich, so intim hat man Anna noch nie gehört. Sie flüstert und pfeift („An mir ist eine kleine Ilse Werner verloren gegangen“), sie streichelt, bebt, tröstet und spottet mit ihren Tönen. Die prächtig pulsierende Disco-Pop-Nummer „Wir sind Hollywood“ erscheint hier in dem sphärischen Ungefähr, das der Text umschreibt. Die Musik kommt der Illusion jetzt viel näher. Wer bei den Konzerten im Frühjahr ihre Version von Billy Joels „She’s always a woman“ mochte, bekommt das Stück jetzt in einer zwischen Wucht und Federleichtigkeit hüpfenden Fassung mit einem tollen deutschen Text. Bei „Alles auf Null“, einem Wiederaufrichte-Lied für Menschen mit Liebeskummer, lässt Anna die Tasten ganz ruhen und beklopft stattdessen nur den Korpus des Flügels. Und manchmal, wie in der „Haifischbarpolka“, huschen tatsächlich flackernde Bilder vom Cabaret der zwanziger Jahre vorbei. Dann scheint sich das Instrument unter ihren Fingern zu biegen zu atmen wie ein Akkordeon. Die Chansonnière probiert sich als Diseuse, als Erzählerin, als spannende Unterhalterin.

Ab und an doppelt sie eine Stimme, fügt eine zweite hinzu, aber das große Studio-Fass hält sie sorgsam verschlossen. Wie schon auf dem „bunten“ Mathematik-Album hat Anna Depenbusch auch hier wieder beim Mischen den üppigen Klavierklang beschnitten, ihn dunkel gemacht. „Ich mag diesen gedeckten Sound. Man soll ruhig die Mechanik hören und das Quietschen des Hockers, ich finde das toll.“ Sie will ja keine Pianistin sein, sie spielt nur schön Klavier. Und traut sich dann doch kleine Instrumentalnummern zu, die sich über das Album verteilen. „Fräulein im Walde“ oder „Träumerle“ heißen diese Lieder ohne Worte, reich in ihrer Harmonik. Miniaturen, die man sich auch als Filmmusik denken könnte. Changierend zwischen Dur und Moll, schwebend zwischen bitter und süß.

„Die Mathematik der Anna Depenbusch in schwarz-weiss“ ist das ebenso beeindruckende wie beschwingte Statement einer an sich und ihren Liedern gereiften Künstlerin. Im Herbst geht Anna Depenbusch mit dieser neu eroberten, kleinen, großen Form auf Tour.

 
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