Hotel Bossa Nova

Hotel Bossa Nova

Name

Hotel Bossa Nova

Mitglieder

Alexander Sonntag
Tilmann Höhn
Wolfgang Stamm
Liza da Costa

Ort

Wiesbaden

Bundesland

Hessen

Genre

Soul / Funk / Rap / RnB / Hip-Hop / World/ Music Reggae

Fördergegenstand

Produktion
PR und Marketing

Förderrunde

11 (2010)

Website

hotelbossanova.com

Kontakt

info(a)hotelbossanova.com

Tourdaten

hotelbossanova.com

Kurztext

Nach „großer weiter Welt“ klingen die jazzigen Songs des Quartetts Hotel Bossa Nova. Dabei kommt die halb indisch, halb portugiesische Sängerin Liza De Costa aus dem verträumten Wiesbaden. Gemeinsam mit Pedro Tagliania, Alexander Sonntag und Wolfgang Stamm bringen sie mit heißen Rhythmen Schwung in jede Bar oder jeden Club. Die Musik hat der Sängerin musikalisch eine Heimat gegeben und das spürt man, wenn man sie live auf der Bühne sieht. Sie ist eins mit der Musik und nimmt ihr Publikum gleichzeitig mit auf eine kleine Weltreise.

Presseinfo

Liza da Costa und Hotel Bossa Nova schlagen mit ihrem dritten Album „Bossanomia“ ein neues Kapitel in ihrer Karriere auf, ein aufregendes Kapitel, mit dem die Jazzformation aus Wiesbaden noch ambitionierter denn je ihre ganz eigene Lesart des Bossa Nova fortschreibt. Die portugiesisch-indische Sängerin und die drei Musiker Tilmann Höhn (Gitarre), Alexander Sonntag (Kontrabass) und Wolfgang Stamm (Schlagzeug, Percussion) dringen diesmal tief in ihre Kompositionen, ganz so als folgten sie den feinen Verästelungen der bunten Baumblätter, die das Cover des neuen Albums zieren. Im Einklang mit sich und der Natur zu sein, das ist auch ein wenig das Leitmotiv dieser versierten Musiker, die als musikalische Partner gereift sind und als Instrumentalisten nun zu neuen Höhenflügen aufbrechen. Mit melodischer Vielfalt, filigranen solistischen Einlagen und emotionaler Verve erschaffen sie hier ihr ganz eigenes Jazzuniversum, in dem Bossa Nova die strahlende Sonne ist, um die das Quartett ihre stilistisch vielgestalten und emotional mitreißenden Songs kreisen lässt.

Die vielversprechende Ouvertüre des vor sechs Jahren gegründeten Quartetts war das live im Studio eingespielte Debütalbum „Ao vivo“ (2006), auf dem Hotel Bossa Nova noch größtenteils klassische Bossa Novas spielten, die sie mit großer künstlerischer Freiheit und Liebe zum Jazz interpretierten. Zwei Jahre später folgte „Supresa“, eine wahrlich gelungene Überraschung, ein großer Aufbruch zu neuen Ufern, auf dem die eigenen Kompositionen dominierten. Schon hier waren es faszinierende Hybriden, in denen die Band rund um den Bossa Nova europäische und lateinamerikanische Einflüsse zwischen Fado und Samba, Flamenco und Cool Jazz fusionierte und in einen traumwandlerisch schönen Songreigen packte. Mit „Bossanomia“, ihrem ersten Album für das renommierte Jazzlabel Enja, gehen sie nun den entscheidenden Schritt weiter: Jeden einzelnen Song verwandeln sie hier in ein facetten- und spannungsreiches Geflecht von Ideen und Melodien, Geschichten und Gefühlen, Tempo- und Stimmungswechsel, voller Breaks, Wendungen und solistischen Finessen. So ist „Bossanomia“ zu einem Füllhorn des brasilianisch konnotierten, aber weltgewandten Jazz ganz nach Gusto der Band gewachsen.

In dem farbenfrohen Kaleidoskop der Klänge ist Liza da Costa ganz in ihrem Element. Sie liebt es, portugiesisch zu singen. In dieser Sprache liegt einfach die künstlerische Heimat der Sängerin, die durch Kindheitsjahre in Lissabon das nostalgische Gefühl, das die Portugiesen „Saudade“ nennen, verinnerlicht hat. Es ist jedoch vor allem die in ihrem Wesen liegende Lebensfreude. Die auf jeden Zuhörer ansteckend wirkt. Liza verfügt nicht nur über eine zauberhafte und enorm wandlungsfähige Stimme, die jede Phrasierung beherrscht, sondern versteht es auch, ihren Songtexten emotionale Tiefe zu verleihen und mit ihrem strahlenden Lachen und sonnigem Gemüt sowohl auf der Bühne als auch im Studio für richtige Glücksmomente zu sorgen. Was sie noch bestärkt, sind natürlich ihre Begleitmusiker, die Freunde und Familie zugleich sind. das blinde Verständnis mit allen drei Musikern wächst mit jedem Jahr. Und auf „Bossanomia“ ist sie – wie selbstredend die ganze Band - zu Recht besonders stolz.

„Bossanomia“ ist anders, befreiter und noch souveräner als die Vorgänger – in Anspielung an den von der Band selbst erfundenen Titel wirklich eine Wissenschaft für sich, besser noch die hohe Kunst, die komplexesten Gitarren- und Bassläufe und die vertracktesten Rhythmen so spielerisch leicht klingen zu lassen als hätte eine magische Hand sie arrangiert. Es gibt auf dem neuen Album etliche Momente von berückender Schönheit. „No tapete escaldante“, ein sanft getragener Fado, um den sich die Gitarrenklänge pirouettenhaft drehen, ist ein hervorragendes Beispiel. Die Geschichte vom „glühenden Teppich“ erzählt von einer Frau, die nach langer Abwesenheit in ihr Heimatdorf zurückkehrt, um eine alte Rechnung zu begleichen. Voller Mut und Risiko. Das singt Liza so grazil und fein akzentuiert, dass man hier eine Anmut spürt, die jede Fadista krönen würde. Wie ein Dramolett entfaltet sich diese folkloristisch anmutende Ballade im Dreivierteltakt. Dazu der herrlich gestrichene Kontrabass von Alexander Sonntag. Nicht minder wundersam das „Poema para outra mulher“, das von einer Freundin erzählt, die den einstigen Mann der eigenen Träume heiratet. Einfühlsam ist diese Songwriterpreziose, wie mit Samt ausgeschlagen. Perlende Gitarrenläufen werden hier von Tim Raschkes Posaunenklängen voller Beseeltheit begleitet, die in puncto Melancholie nur noch von dem fragil-schicksalhaften „Vela no vento“ übertroffen wird.

Ganz anders hingegen der vitale Opener „Perto do sol“ mit seinem afro-kubanischen Intro, aus dem sich ein Jazzsamba entwickelt, bei dem die Gitarrensoli von Tilmann Höhn und Gastmusiker Pedro Tagliani aufeinandertreffen wie zwei Kontinente. Aufreizend und verführerisch trumpft der Titelsong „Bossanomia“ auf, ein mit Martin Wagners munterem Akkordeonspiel untermalter Bajão, von Tilmann mit herrlichen Akustikgitarrenornamenten verziert und von Liza als weltumspannende Bossa-Nova-Kür intoniert. Mit „Todos juntos“ greifen sie auf einen Afoxé zurück, eine beschwingte Liedform aus Salvador de Bahia, zu der einmal mehr Tagliani ein paar Gitarrenfunken sprühen lässt. Ausgelassen und fröhlich kommt auch „Tão bom“ daher, mit Christoph Schmids heiterer Orgelbegleitung, die dem Song den Charme eines 60er-Jahre-Bossa-Nova-Hits verleiht, der seine frühlingshafte Aufbruchsstimmung im Hier und Jetzt verbreitet. „A vida“ wiederum, eine zwischen Schwerkraft und Schwebezustand changierende Hymne auf das Leben, evoziert eine sinnlich verträumte Atmosphäre – wiederum von Akkordeon begleitet – dass es ein Fest ist. In dem magisch anziehenden „Passarinho“, zu dem HBN ein live eingespieltes Video gedreht hat, spiegelt sich wiederum das Feingefühl ihrer Musik, ja der Herzschlag von Hotel Bossa Nova wider.

Ganz gleich, welches Tempo Hotel Bossa Nova einschlagen, stets nehmen sie sich Zeit für die detailierten Ausschmückungen der Songs. Kleine, stets blitzgescheite Soli, die wie Sternschnuppen kurz aufglühen und einen staunen lassen, bevor sie wieder in den steten Fluss der Melodie eintauchen. Die meisten Songs sind tatsächlich aus den Melodien entstanden, von denen sich Liza da Costa zu ihren Songtexten inspirieren lässt. Noch immer verbringt die in Deutschland aufgewachsene Künstlerin viel Zeit in Portugal, wo sie sich eine kreative Oase eingerichtet hat, in der sie auch das Gros der Songtexte schreibt. Hatte sie auf dem letzten Album noch viele Lieder über die Liebe und das Meer geschrieben, handeln die neuen, nicht minder poetischen Texte von Veränderung und Wandel, von der Kunst, ein Leben zu führen, um mit sich im Reinen zu sein. Die Songs sind der klingende Beweis, dass Hotel Bossa Nova das Glück und die künstlerische Freiheit genießen, ein solches Album wie „Bossamonia“ verwirklicht zu haben und die musikalischen Persönlichkeiten ihrer Gäste mühelos in diesen wundervoll arrangierten Aufnahmen zu integrieren.

Der krönende Abschluss des Albums und eine künstlerische Galavorstellung von Hotel Bossa Nova ist das 15-minütige „La Suite“, eine Delikatesse zum Zungenschnalzen, die frei improvisiert wirkt, hinter der aber enorm viel Arbeit und kreativer Input steckt. Die Band hat monatelang an diesem Meisterstück gearbeitet. Zum losgelöst wirkenden Scat-Gesang streifen die Musiker samt Gästen durch ein herrlich vertracktes Labyrinth voller stilistischer Sidesteps, Volten und mit einer hinreißenden Performance von Schlagzeuger Wolfgang Stamm. Fast schon eine kleine filmische Bossa-Sinfonie über Verlust und erlösende Wiederkehr. Das trägt durchaus bandbiographische Züge, hatte Tilmann Höhn doch die Band verlassen und war nach fast einjähriger Auszeit zurückgekehrt. Zwischenzeitlich war der brasilianische Gitarrist Pedro Tagliani eingesprungen, doch die Zäsur hatte den kreativen Fluss unterbrochen, der jedoch mit der Rückkehr von Tilmann Höhn wieder an Kraft gewonnen hat. Es ist spürbar, wie sehr die vier Musiker jetzt das Zusammenspiel genießen, jede Note förmlich auskosten. Das ist nicht mehr der Aufbruch zu neuen Ufern, das ist die gelungene Eroberung eines Terrains, das Hotel Bossa Nova mit größtmöglicher gestalterischer Freiheit kultiviert haben und zum Blühen bringen. „Bossanomia“ ist ein Album, in dem das pralle Leben steckt. Ein leidenschaftliches Opus der Extraklasse auf höchstem internationalem Niveau. Auf die anstehenden Clubkonzerte darf sich die in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsene Fangemeinde freuen. Liza da Costa und Hotel Bossa Nova sind in der Form ihres Lebens.

 
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