SPANIOL4

SPANIOL 4

Name

SPANIOL4

Mitglieder

Frank Spaniol (Tenor, Bcl)
Ulf Kleiner (Piano)
Markus Bodenseh (Bass)
Sebastian Merk (Drums)

Ort

Berlin

Bundesland

Berlin

Genre

Jazz/Experimental

Label

Klangraum

Fördergegenstand

Produktion

PR und Marketing

Tour

Förderrunde

21 (2013)

Website

www.frankspaniol.de

Kontakt

franspan(a)gmx.net

Booker

franspan(a)gmx.net

Tourdaten

www.frankspaniol.de/Spaniol_4/On_Tour.html

Presseinfo

Dieses Quartett hat eine lange Reise hinter sich. Seit elf Jahren, was im traditionell bindungsunwilligen Jazz eine kleine Ewigkeit darstellt, machen die Mitglieder von SPANIOL4 nun schon gemeinsame Sache. Startpunkt war 2002 eine CD-Produktion im Rahmen der profilierten Reihe „Jazz Live With Friends“ des Saarländischen Rundfunks. Dort präsentierten sich Saxofonist und Bassklarinettist Frank Spaniol, Pianist und Fender-Rhodes-Spezialist Ulf Kleiner, Bassist Markus Bodenseh und Schlagzeuger Sebastian Merk zum ersten Mal als Team. Das Ergebnis, die Einspielung mit dem programmatischen Namen „Acoustic Jazz“, ließ die Kritiker aufhorchen. „Solange es solche frischen Platten gibt, hat der gute alte akustische Jazz noch lange nicht abgewirtschaftet“, urteilte etwa das Magazin „Rondo“.

 

Es waren nicht zuletzt die regelmäßigen ausgedehnten Konzerttouren in Deutschland und dem angrenzenden Ausland, die das Quartett anschließend zu einer unverwechselbaren Einheit zusammenwachsen ließen. Man kennt und vertraut einander; man weiß, wie sich der andere in Gefahrensituationen und auf ungewohntem Gelände verhält. Es ist so wie bei einer eingeschworenen Expeditions-Gruppe: Das Neue und Unerwartete wird nicht als Bedrohung empfunden, sondern als lustvolle Herausforderung.

 

„The Trip“ heißt das neue, inzwischen vierte Album von SPANIOL4. Ein besserer Titel lässt sich kaum denken. Er umschreibt einerseits treffend die Neugier, mit der Spaniol, Kleiner, Bodenseh und Merk das Terrain jenseits der Ebenen der Jazzgewöhnlichkeit erkunden, andererseits bringt er wie die anspielungsreiche Musik des Vierers eine Vielzahl von Assoziationen zum Vibrieren. Dieser „Trip“ ist bewusstseinserweiterndes Erlebnis, Bildungsreise und abenteuerliches Zeit-Hopping zugleich.

 

Mit seiner großen Sensibilität für Sounds setzt sich das Quartett dabei von vielen anderen Jazz-Formationen deutlich ab. Ausgehend vom warmen Röhrenklang der Aufnahmestudios aus der vordigitalen Ära fabrizieren SPANIOL4 eine retrofuturistische Musik, in der sich die Sounds der frühen 70er Jahre mit der Hardbop-Coolness der 60er und der Loop-Ästhetik der Gegenwart verbinden. Das Quartett braucht dafür keine modischen Effekte, sondern setzt ganz auf die Möglichkeiten, die die Technik der Vergangenheit bietet: Ulf Kleiner modifiziert die wabernden, weichen, manchmal psychedelischen Ton-Wolken seines Fender Rhodes mit einem vorsintflutlichen analogen Band-Echo, Bandleader Frank Spaniol benutzt gleichberechtigt Tenorsaxofon und die eher exotische Bassklarinette. Wenn Markus Bodenseh dazu seinen Kontrabass streicht, meint man, einen zweiten Bläser zu hören. Schlagzeuger Sebastian Merk schließlich sorgt mit seinem federnden Spiel dafür, dass sich die Musik von SPANIOL4 einer zeitlichen Kategorisierung entzieht. Die Stücke auf „The Trip“ swingen wie auf einer Aufnahme von Sonny Rollins, tänzeln im Disco-Groove wie bei Herbie Hancocks Funk-Kollektiv „Headhunters“, pulsieren dunkel und scheppernd wie ein neuer Soundtrack zum Science-Fiction-Klassiker „Blade Runner“. Es ist ein Wandern inner- und außerhalb der Grenzen des modernen Jazz ohne Berührungsängste.

 

„Uns geht es darum, die Kernidee des Jazz aufzugreifen. Und die besteht für uns in der Freiheit, auf Konventionen zu pfeifen“, umschreibt Frank Spaniol die Philosophie des Quartetts. Die stilistische Offenheit des Vierer-Bundes kommt nicht von ungefähr. Die Instrumentalisten von SPANIOL4 sammelten nicht nur im klassischen Jazzbereich reichlich Erfahrungen, sondern sind allesamt auch Spezialisten für den Blick über den Tellerrand von Bop und II-V-I-Verbindungen. In der Liste der Musiker, mit denen die Bandmitglieder von SPANIOL4 in der Vergangenheit zusammenarbeiteten, tauchen neben Jazzgrößen wie Lee Konitz, Till Brönner oder Charlie Mariano auch Namen wie Die Fantastischen Vier, Ian Pooley oder Joo Kraus auf.

 

Bestes Beispiel für den bunten Background von SPANIOL4 dürfte Band-Namensgeber Frank Spaniol sein. Der im Saarland aufgewachsene Wahl-Berliner, den der Trompeten-Großmeister Lew Soloff am Rande einer CD-Aufnahme in New York als „einen wunderbaren Musiker mit einem weichen Ton und großartigen Ideen“ lobte, ist seit 2001 fester Teil der Tourbesetzung der international erfolgreichen Lounge-Pop-Formation De-Phazz. Von den Eindrücken, die Spaniol bei unzähligen Konzertreisen über den ganzen Erdball sammeln konnte, kündet auch „The Trip“: Das funkige Stück „Baikal“ ist inspiriert von einem Flug über Russland, den der Saxofonist und Bassklarinettist im Rahmen einer De-Phazz-Tournee unternahm.

 

Der Kontakt zu publikumswirksamen Musikformen jenseits des Improvisations-Genres zahlt sich bei Spaniols Quartett, das seit Kurzem von der mit Bundesmitteln finanzierten „Initiative Musik“ unterstützt wird, aus. 2008 verhalfen die Stimmen des überwiegend jungen Auditoriums der Band im Finale des renommierten „Neuen Deutschen Jazzpreises“ in Mannheim zum zweiten Platz, nach seinen Konzerten bekommt das Ensemble regelmäßig ein überwältigend positives Feedback von jazzfernen Hörerschichten. „Die Leute sagen dann: Normalerweise stehen wir ja nicht so auf Jazz, aber das hat uns extrem gut gefallen“, erzählt Spaniol, „ein größeres Lob kann man nicht bekommen!“

 

Mit „Trip“ ist es SPANIOL4 nun gelungen, die gemeinsam zurückgelegte Wegstrecke mit all ihren faszinierenden Eindrücken und atemberaubenden Ausblicken perfekt auf CD zu bannen. „Wir sind jetzt da, wo wir uns total wohlfühlen“, sagt Frank Spaniol. „Das ist das Ziel unserer Reise. Das ist das Ziel von 'The Trip'.“

 
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