The Great Bertholinis

The Great Bertholinis

Name

The Great Bertholinis

Mitglieder

Özgür Kantar (Oszkar Bertholini)
Steffen Zimmermann (Todor Bertholini)
Sebastian Wittig (Janos Bertholini)
Dirk Sommerfeld (Lobos Bertholini)
Wolfgang Riedl (Lászlo Bertholini)
Frank Burgess (Ferenc Bertholini)
Gabriel Dempetic (Gabor Bertholini)
Matthias Heer (Zoltán Bertholini)

Ort

Nürnberg

Bundesland

Bayern

Genre

Indie / Folk / Singer-Songwriter

Label

Hazelwood

Fördergegenstand

PR und Marketing
Tour/Festival
Sonstiges

Förderrunde

11 (2010)

Website

www.bertholini.de

Kontakt

alex(a)hazelwood.de

Booker

tourism(a)hazelwood.de

Tourdaten

www.bertholini.de

Kurztext

Ihre Vergangenheit in der ungarischen Puszta darf genauso angezweifelt werden wie die Künstlernamen János, László oder Gábor. Doch die nonchalante Schwindelei der Frankfurter führt zumindest stilistisch auf die richtige Spur: Ein achtköpfiges BalkanBeat-Orchester, das eine Mixtur aus Indie-Rock und Polka-Elementen spielt. Auch die Melancholie des Südostens beherrschen sie souverän. Ein europaweit geschätztes Gebräu, was zahlreiche Auftritte bei internationalen Festivals beweisen. Auch in kleinen Punk-Kaschemmen kommt ihr Crossover bestens an.

Presseinfo

THE GREAT BERTHOLINIS

Akinek vaj van a fején, ne menjen a napra, spricht der ungarische Volksmund: Wer Butter auf dem Kopf hat, soll nicht in die Sonne gehen! Gott sei Dank nahm sich die hungarophile Philharmonie mit dem Anti-Popstar-Namen, der etwa so unamerikanisch amerikanisch klingt, als würden John Lurie, Roberto Benigni und Woody Allen als Folk-Tanz-Trio inkognito durch China Town tingeln, diesen zugegeben etwas kryptischen, aber darum nicht weniger wohl gemeinten Rat der geistigen Urväter nicht zu Herzen. Sonst hätten die großen Bertholinis nach den wunderbaren Laudationes zum 2009 veröffentlichten Album "Planting A Tree Next To A Book" schleunigst in den Schatten treten müssen. Denn Butter auf den Kopf gab's satt von der internationalen Musikpresse. Vergleiche mit klingenden Namen wie Beirut, Kaizers Orchestra, Dresden Dolls oder Tom Waits wurden reihenweise angestellt, den Kompositionen zumindest in Teilen Fab Four-Niveau attestiert und die klangtüchtige Bruderschaft gar zu den "osteuropäischen Calexico" (Motor.de) erhoben. Der Geheimtipp-Status, den das Familien-Orchester zuvor mit dem ebenfalls hochgelobten Debüt-Langspieler "Objects Travel In More Than One Direction" erlangt hatte und der die acht Bertholinis unter anderem ins Vorprogramm der Labelmates von Mardi Gras.bb spülte, war spätestens jetzt abgelegt und die erste echte Headliner-Tour stand an. Kreuz und quer durch Europaland zog die charmante, Funken sprühende und Völker verbindende Revue aus Vaudeville, Dreigroschen-Romantik, Strandjungen-Polyphonie und harmonieseligem Indie-Pop – nicht nur in Hinsicht auf erwähntes Molkereiprodukt auf dem Caput ein circensischer Balanceakt der besonderen Art! Ob als Headliner der Wiener Ungarn-Tage, als Opener der Salzburger Festspiele, als spektakulärer Überraschungsakt beim Fusion-Festival (...) oder aber im abgefuckten Punkrock-Schuppen um die Ecke, wo die Bühne so klein ist, dass die Bläser sich unter die Zuschauer mischen müssen – mit Pauken und Trompeten, mit Banjo und Balalaika, permutiert das Kamarazenekar überkommene Weisen osteuropäischen Klangguts und anglophile Gitarrenmusik so selbstverständlich, als wäre der 47. Breitengrad schon immer eines der Epizentren postmoderner Populär-Kultur gewesen. Kadenzen des Ostens, hinein gesponnen in polyphones Singspiel, ungefähr so unbritisch britisch, als wäre Manchester eine ungarische Provinz und Bela Lugosi Leadsänger der Monkees. Wie wenig Raum tatsächlich nötig ist, damit sich dieser trans-musikalische Budenzauber entfaltet, zeigt eindrucksvoll der Gewinn des internationalen Balcony-TV-Awards als Best New Act 2009. Bei der unplugged Aufzeichnung des Gewinnerbeitrags teilten sich die acht Bertholinis nebst Instrumenten geschätzte zwei Quadratmeter Balkon über der Hamburger Reeperbahn. Die Nonchalance des selbst gedrehten Filmchens, mit dem sich die Band im Anschluss bei Jury und Publikum für das Fernbleiben von der Preisverleihung in Dublin entschuldigte (im Datenteil der CD zu sehen!), zeugt von jener liebenswert unaufgeregten Distanz zu den Dingen, die ein Journalist einmal treffend so beschrieb: „ The Great Bertholinis wollen nicht besonders sein, sie sind es einfach. “



GRADUAL UNFOLDING OF A CONSCIOUS MIND - PART 3 (Hazelwood / Rough Trade)

Neueste Studien an der renommierten University of Surrey, England legen nahe, dass das Gehirn ein Radiosender und das Bewusste Selbst der Quotenfänger auf der Welle Oberstübchen sein könnte. Obschon diese (hier zugegeben stark verkürzte) These des Professors für Biochemie Johnjoe McFadden einer gewissen "funkyness" nicht entbehrt, nähern sich die Great Bertholinis dem größten Rätsel der Neurochemie auf anderer Ebene. Ob die Frage, was einen Klumpen Kohlenstoffverbindungen dazu veranlasst, in den Spiegel zu gaffen, vom Klumpen selbst überhaupt jemals geklärt werden kann, ist ohnehin fraglich. Dass neben harten Drogen aber vor allem das eigene Tun das Selbstbild beeinflusst, bleibt anzunehmen. Für die Gruppe der Pusztaexilanten um Todor und Oszkar Bertholini Grund genug mit ihrem dritten Album "Gradual Unfolding Of A Conscious Mind – Part 3" für etwas Bewusstseinserweiterung zu sorgen. The bright days have come! Mit Mut zur großen Geste entführen die großen Bertholinis in ein 45-minütiges Kunterbunt aus Unerhörtem und nie Gehörtem. Knochige Klezmer-Adaptionen Weillscher Prägung über Kontra-Sonor. Ephemere Violin-Moskitos im Wettsreit mit Banjo und Balalaika. Etwas erinnert an Klaus Nomi. Vieles and die Fab Four. Kurze Popfiligrane mischen sich wie Kleinodien zwischen die Metren, halten aus, werden zersprengt in tausend Fragmente. Bläseranomalien zwingen Pet-Sounds-Chöre ins Chaos. Und urplötzlich, wie sich die kunterbunten Facetten eines heillos verdrehten Zauberwürfels im geübten Handumdrehen zu Flächen sortieren, suchen sich die musikalischen Fragmente und Versatzstücke von Neuem ihre Entsprechungen, morphen zu einem Singspiel von symphonischer Bandbreite. Klangwände die selbst Altmeister Spector auf seiner Pritsche im Staatsgefängnis Corcoran (wo er neuerdings mit Charles Manson "Ich sehe was, was du nicht siehst“ spielt), ein Lächeln abringen dürften. Und aus all dem fabelhaften Übermut steigt unversehens der kleine Popsong, lässt die Zeit für eine kurze Weile im Takt schlagen, bringt das Orchester für die Dauer eines Liedes in Einklang – aber wehe! Der nächste Sturm reißt schon an den Jalousien! Auf ihre unnachahmliche Art versöhnen die großen Bertholinis die euphorische Melancholie und folkloristische Spielwut des Ostens mit der popmusikalischen Postmoderne. Wir wissen nicht, was Professor Johnjoe McFadden an der Unversität von Surrey rät. Wir raten zu "Gradual Unfolding Of A Conscious Mind – Part 3". Denn sollte das menschliche Gehirn tatsächlich ein Radiosender sein, läuft auf dem Bertholini-Kanal ein Programm, das sich zu hören lohnt!

 
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