Timid Tiger

Timid Tiger

Name

Timid Tiger

Mitglieder

Keshav Purushotham
Christian Voß
Evgeni Kouris
Christopher Martin
Steffen Wilmking

Ort

Köln

Bundesland

Nordrhein-Westfalen

Genre

Pop

Label

Buback Records

Fördergegenstand

Produktion
PR und Marketing
Tour/Festival

Förderrunde

15 (2011)

Website

www.timidtiger.com

Kontakt

christopher(a)timidtiger.com

Booker

birger(a)kktlive.de

Presseinfo

Ein heißer, drückender Sommer. Blauer Himmel, gelbe Sonne, Beach Boys auf den Ohren. Aber nicht alles glänzt im Sonnenlicht. Wo hohe Häuser stehen, gibt es Straßenschluchten, dunkle Schatten, Schweiß, Staub und Dreck. The Streets Are Black haben TIMID TIGER ihr drittes Album genannt, auf dem sie uns in einen tropischen Sommer entführen, der nicht gerade seine Hängemattenseite zeigt, wenn auch die Songs mit einer Lässigkeit aufwarten, die einen instinktiv nach der Sonnenbrille greifen lassen. Vorbei sind die Zeiten des Cartoon-Pop, als das Quintett aus Köln ungestüm drauf los spielte und Miss Murray, das Loveboat oder Ina Meena Dika abfeierte. The Streets Are Black klingt reifer und erwachsener, gleichzeitig aber auch motivierter und lebhafter als alles, was man von TIMID TIGER bisher gehört hat. Denn wo Schatten ist, muss auch wieder irgendwo Licht sein, und das findet man in 12 Songs, die mit einer enormen Souveränität und der Freiheit zum Ausprobieren aufwarten.

 

Die erste Single The Sun Goes Down, The Streets Are Black gibt vielleicht den punktgenauesten Einstieg in das Album. Der Titelsong komprimiert den roten Faden von The Streets are Black, der in Ambivalenz besteht: Die zwei Seiten der Dinge. Licht und Schatten, Hitze und Abkühlung, die einsame Suche nach einem Menschen inmitten einer Menschenmenge. Und das alles in einem hypnotisch pulsierenden Rhythmus, entspannt dahintreibenden Gitarren und weichen Gesangslinien. Die zweite Single Hangin´ in the Sun kommt dabei etwas unbeschwerter und lässiger daher: Durchdrungen von Sonnenlicht, mit relaxten Gitarren und einem unglaublich lockeren aber straighten Groove ausgerüstet, gleitet der Song buchstäblich durch die Hitze der Stadt. Mit gekonntem Sprechgesang (man will es gar nicht „Rap“ nennen, weil es Sänger Keshav brillant gelingt, jegliche HipHop-Attitüde zu umgehen) erzählt der Song von einem verschwitzten, nahezu mysteriösen Sommernachmittag, an dem man sich in den staubigen Straßen der überhitzten Stadt bewegt, statt im Garten oder am Strand zu liegen. So klingt Timid Tiger 2012.

The Streets Are Black wirkt neu, frisch und im Vergleich zum Vorgänger außergewöhnlich entspannt und selbstbewusst zugleich. So stellt auch Keshav fest: „The Streets Are Black fühlt sich an wie ein Debüt-Album. Es entstand in neuer Besetzung unter ganz neuen Voraussetzungen. Als wir Electric Island aufnahmen, waren zwei Mitglieder ausgestiegen, und durch den Konkurs von Lado waren wir noch ziemlich mitgenommen. Christopher und Steddy waren bei den Aufnahmen zwar als Studiobassist und Produzent dabei, aber sie gehörten noch nicht dazu. Wir anderen Drei wollten in einem Kraftakt einfach nur noch das Album aufnehmen, für das die Stücke schon fertig waren. Mittlerweile sind Christopher und Steddy fest in der Band, wir sind perfekt aufeinander eingespielt und konnten viel freier an The Streets Are Black herangehen.“ Auch die Gründung des eigenen Labels Papercup Records und die Abkehr vom Major Sony/Columbia dürfte viel Positives beigetragen haben. „Es ist schon ein gutes Gefühl, wenn man wieder selbst entscheidet, was passiert,“ so Keshav. „Für mich ist das ein Gefühl der Befreiung gewesen, nicht mehr unter dem Druck zu stehen, auf die täglichen Rotationen im Radio zu schielen. Jetzt machen wir alles selbst und haben alle Freiheiten. Ein eigenes Studio, in dem wir unsere Musik produzieren und ein eigenes Label auf dem wir entscheiden können, was wir wann veröffentlichen.“ 


Was TIMID TIGER gewonnen haben, ist eine größere Musikalität und mehr stilistische Freiheit im Songwriting, was sie behalten haben, ist ihr positives Grundgefühl, das sie seit ihrem ersten Album so glaubwürdig vermitteln. Auf The Streets Are Black findet man extrem prägnante Basslinien, die den anderen Instrumenten größeren Freiraum und mehr Luft zur Entwicklung lassen. Die Beats sind dreckiger und definierter, was der Kraft der Musik entschieden zugutekommt. Auch ein Ergebnis der Produktion von Drummer Steffen 'Steddy' Wilmking, der seine Liebe zum HipHop dabei fruchtbar einfließen lassen konnte. 


Der Mann weiß nämlich genau, was er da tut, produzierte er doch jüngst das Casper-Album, das sich auf Platz 1 der Albumcharts katapultierte, und wurde dafür mit der „1Live Krone“ ausgezeichnet. Auch Keshav und Christian haben dazu gelernt und teilen sich auf The Streets Are Black die Gesangseinsätze. Keshav widmete sich dazu verstärkt dem rhythmischen Sprechgesang: „Früher haben wir ja auch schon gerappt, aber mehr mit einem ironischen Augenzwinkern. Bei diesem Album habe ich mein eigenes Ziel als Sänger gesucht und mir eine eigene Sprache überlegt, mit der ich das ernsthafter verbinden kann. Es ist ja auch kein typischer Rap, mehr so eine Art dylanmäßiges Folk-Sprech-Ding mit etwas Rap vermischt.“

Die Hitze, die Sonne, die Grooves durchziehen The Streets Are Black von Anfang bis Ende, von den gelungen eingängigen Pop-Songs wie Walking In The Sand bis hin zu den träumerischen Balladen wie You And Me. „The Streets Are Black ist wie ein Tag in einer exotischen Großstadt, der dann in die Nacht hineingeht“, erklärt Keshav. „Es fängt ja sehr sonnig an, etwa in der Mitte kommt The Sun Goes Down The Streets Are Black, und dann die Songs, die eher von der Nacht erzählen. Aber „the streets are black“ gilt eben auch bei Tag, denn die Stadt schluckt Licht und wirft Schatten. Und sie hat auch am Tag düstere Flecken.“

Man sucht in dieser Stadt: Vielleicht einen Ort, den es mal gab, aber nicht mehr gibt, wie in Miracle, oder man landet plötzlich an einem Ort, der einem so unheimlich vorkommt wie ein Trip, etwa in The New Catastrophe, dem Song mit der ergreifenden Coda am Ende. Man sehnt sich nach einem fernen Platz, wo die Dunkelheit verfliegt, wie in Many Miles Away, wo sich die Seele abseits vom digitalen Community-Wahnsinn regenerieren kann - Back From Hell. Die Kehrseite der grenzenlosen Freiheit und der Abkehr von der Welt ist die Gefahr, sich selbst zu verlieren: „I lost track of time / a stranger far away / can't reach the urban areas / can't see the urban areas“ heißt es in Astronaut über das Schweben im absoluten Nichts. Aber natürlich gibt es auch Hoffnung, die alles überstrahlt, wie Love Like You’ve Never Been Hurt erzählt, das wie eine frische Brise klingt: Like outlaws / in a great matisse portait / there's something / in the spark in your eyes / that drags the light into the night…

Wer TIMID TIGER schon lange kennt, wird sie auf The Streets Are Black sofort wiedererkennen und mit Freude feststellen, dass sie sich - ohne ihre Wurzeln zu verlieren - weiterentwickelt haben. Wer sie erst jetzt kennen lernt, hat allen Grund eine Entdeckung zu feiern, nämlich ein großartiges und originelles Pop-Album, das so locker wie tanzbar, so ernst wie humorvoll und vor allem vollkommen undogmatisch ist. The Streets Are Black - the music is bright!

 History

TIMID TIGER fanden sich im Sommer 2002 zusammen, als Christian Voss und Keshav Purushotham sich in der Kölner Disco „Rose Club“ übers Songschreiben austauschten. Keshav hatte seine frühe Kindheit in Indien verbracht - sein Vater spielte Percussion in einer indischen Rockband und nahm den Sohn des Öfteren mit zu seinen Gigs. Die ersten eigenen Songs spielten Keshav und Christian dann mit Keshavs ehemaliger Schülerband Radio Voices, aus der sich bald TIMID TIGER herausschälte. Neben Thilo Schmelzer (Bass) und Felix Günther (Drums) stieß auch Evgeni Kouris (Keyboards) zur Band - ein Hochbegabter, der schon eine abgeschlossene Klavierausbildung hatte, als er aus Russland in Keshavs Schule kam.  Eine erste EP mit dem Titel Timid Tiger & the Electric Treasure Box erschien 2004 auf Highcat Records, u.a. mit dem Song Miss Murray. Das Hamburger Indie-Kultlabel Lado wurde auf TIMID TIGER aufmerksam und veröffentlichte das erste Album Timid Tiger & A Pile Of Pipers schon 2005. Aus dem Album, das von Phill Vinall (Radiohead, Placebo, Pulp) gemixt wurde, stammen die Singles Miss Murray, Loveboat und Combat Songs & Traffic Fights. Vor allem Miss Murray trat seinen Weg in die Welt an, ging auf Radio-Rotation bis auf die Britischen Inseln, wo BBC 6 sie zur Single of the Month erklärte. Loveboat hielt sich zunächst 8 Wochen in den TopTen der Campus-Charts und landete schließlich auf dem Soundtrack zum Kinofilm „Reine Formsache“. Kurz darauf veröffentlichte das New Yorker Label Stray Dog Music eine Compilation mit den Tracks Miss Murray und Ring The Bells. Teichiku Records veröffentlicht das Debütalbum 2006 auch in Japan.

 

Dann der Break: Das Label Lado musste Konkurs anmelden, und Basser und Drummer verließen die Band im Jahr 2007. Das übriggebliebene Trio stand vor einem Scherbenhaufen, ging aber aufgrund einer riesigen MySpace-Resonanz mit den Fotos auf Europa-Tournee, die es u.a. nach Paris, London und Brüssel führte.  Die Suche nach einem neuen Labelpartner brachte TIMID TIGER 2008 schließlich zu Columbia/Sony. Außerdem führte eine Koop mit dem US-Blog Prettymuchamazing im März 2009 zur Online-EP „The PMA-EP“, zu der unter anderem das Britney Spears-Cover Womanizer gehörte. Das Cover fand internationalen Zuspruch und wurde von zahlreichen US-Amerikanischen BLOG's als eine der besten Cover-Versionen des Jahres ausgezeichnet. Die New York Post und die Washington Post brachten Artikel über die Band.

Columbia veröffentlichte das Album Timid Tiger & The Electric Island im Jahr 2010.  Als Studiobassist fungierte Christopher Martin, der in Arnheim bereits ein Bass-Studium absolviert hatte, sich aber dadurch auszeichnet, dass er das Akademische perfekt ignorieren kann. Drums und Produktion übernahm Steffen 'Steddy' Wilmking, seines Zeichens Mitgründer der 90er-Rockband Thumb und mittlerweile ein gefragter Produzent, der unter anderem das No.1-Album „XOXO“ von Casper (Four Music) produziert hat und vermutlich in naher Zukunft mit Preisen überhäuft werden wird (die „1Live Krone“ gab es bereits im Dezember 2011). Beide blieben als feste Mitglieder in der Band - auch als der Vertrag mit Sony aufgelöst wurde, weil - wie zu erwarten war - keine Million-Selling-Hitsingle aus dem Album hervorging, obwohl die Album-Singles Electric Island und Ina Mina Deeka (It’s Happening Now) in die Top 100 Airplay Charts vorgestossen sind.

Die Auflösung des Vertrags mit Columbia/Sony wird im Jahr 2011 vollzogen und beschert TIMID TIGER vor allem eins: völlige kreative Freiheit. Auch sind sie in den drei Jahren ihres Zusammenspiels zu einer gut funktionierenden Einheit verschmolzen, in der sich alle fünf Mitglieder hervorragend ergänzen.  The Streets Are Black lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass eine Band nach euphorischen Höhen und niederschmetternden Tiefen zu sich selbst gefunden hat. The Streets Are Black erscheint im Frühjahr 2012.

 
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