Nils Wülker

Nils Wülker

Name

Nils Wülker

Mitglieder

Nils Wülker
Arne Jansen
Lars Duppler
Edward Maclean
Benny Greb

Ort

Hamburg

Bundesland

Hamburg

Genre

Jazz/ Experimental

Label

Fördergegenstand

Produktion
PR und Marketing

Förderrunde

17 (2012)

Website

www.nilswuelker.com

Kontakt

Booker

nina.gissa(a)karsten-jahnke.de

Tourdaten

www.nilswuelker.com

Presseinfo

Es gibt dieses romantische Klischee von der fast erotischen Beziehung zwischen dem Musiker und seinem Instrument - es wird zärtlich beim Namen gerufen, hat menschenähnliche Wesenszüge und ist ein verständnisvoller Begleiter in buchstäblich allen Lagen. Nein, Nils Wülker hat nicht viel übrig für Klischees. Schon gar nicht auf die Musik bezogen. “Meine Trompete kommt nicht mit ins Bett.” Er schüttelt entschieden die kurzen, blonden Haare, ein Anflug von Lächeln in den Mundwinkeln. “Die bleibt abends im Studio. Sie ist mein Weg, mich auszudrücken. Und nebenbei ein verdammt undankbares Instrument, das nicht viel verzeiht.”

Manchmal wundert sich Nils Wülker vielleicht selbst über den Weg, den ihn seine Musik hat gehen lassen, und über das rasante Tempo, in dem dieser Weg beschritten wurde. Denn eigentlich deutete anfangs wenig auf diese Karriere hin: Klavierunterricht mit sechs Jahren, klassische Trompete mit zehn - Musik ja, aber nur als ein Hobby unter vielen. Ohne gesteigertes Interesse der Eltern, mit nur durchschnittlichen eigene Ambitionen. Doch die Acid Jazz-Welle der 90er öffnet Nils Wülker Augen und Ohren, Miles Davis’ epochales Album “Kind of Blue” wird schließlich zum Erweckungserlebnis: Trompete kann nach mehr klingen, als er je erwartet hätte. Diese Erkenntnis führt binnen weniger Jahre über Jazzorchester, eigene Bands und unzählige Clubkonzerte bis an die Musikhochschule Hanns Eisler in Berlin. Noch während seines Studiums unterschreibt Nils Wülker als erster deutscher Jazzmusiker überhaupt einen Vertrag bei Sony Music.

Viele Musiker sähen darin die Erfüllung ihrer Träume - Nils Wülker hingegen nimmt nur kurz Witterung auf: Trotz großer Unterstützung durch den Plattenmulti entscheidet er sich nach nur zwei Alben für eine andere Richtung und gründet 2005 in Hamburg sein eigenes Label “EAR TREAT music”. Nils Wülker ist nun sein eigener Chef, von der ersten Note bis zum fertigen Tonträger hält er alle Zügel in der Hand.

“Musik ist zwar sehr freiheitlich, aber Dinge wie Demokratie und Kompromisse funktionieren hier nur bedingt. Musik braucht manchmal jemanden, der das letzte Wort hat, damit sie sich nicht in Beliebigkeit verliert. Und letztlich weiß ich einfach am besten, wie meine musikalische Vision klingen soll.“ Für diese Vision hat er früh seine Wunschformation um sich geschart, längst versteht man sich wortlos. Die Nils Wülker Group bilden sein alter Weggefährte Lars Duppler am Piano, der Saxophonist Jan von Klewitz, Dietmar Fuhr am Bass und Jens Dohle am Schlagzeug, an passenden Stellen ergänzt von Gästen wie den norwegischen Jazz-Sängern Silje Nergaard und Heine Totland, oder aber dem Sting-Gitarristen Dominic Miller. Vor Kurzem stieß Arne Jansen als fester Gitarrist zur Band.

Der kompromisslose Schritt in die Eigenständigkeit zahlt sich aus: Die auf EAR TREAT erschienenen Alben “My Game”, “Safely Falling” und “Turning the Page” werden von der Kritik teils überschwänglich gelobt, Nils Wülker selbst zu einem Heilsbringer der hiesigen Jazz-Szene stilisiert. Dabei sind ihm solche Etiketten und definierten Genres völlig fremd: Ob er als Sideman Konzerte mit Omara Portuondo spielt, der Grande Dame des Buena Vista Social Club, mit Fusion-Größen wie Lee Ritenour und den Grusin-Brüdern tourt, im Studio gemeinsam mit Sting-Gitarrist Dominic Miller arbeitet oder, wie jüngst geschehen, einen Track für Hip Hop-Ikone Samy Deluxe produziert, zu hören auf dem Album “Dis wo ich herkomm” - Nils Wülker macht einfach das, worauf er Lust hat. Ohne Scheuklappen, ohne sich unnötig festzulegen.

Was zählt, ist vor allem Intensität, und das gilt für die Musik, genauso aber für alles andere, was Nils Wülker sich vornimmt: den regelmäßigen Snowboard-Urlaub, die Reisen per Rucksack durch Kambodscha, Laos und Vietnam, Mountainbike-Touren über die Alpen. Vor allem für das Klettern - nach dem Studiotag an einer Hallenwand oder aber im Urlaub auf einen 4000er in den Alpen.

Er entspricht nicht unbedingt dem typischen Bild eines Jazzmusikers. Sofern es das denn überhaupt gibt. Nils Wülker lächelt, entspannt, mit einem vergnügten Blitzen in den Augen: “Um gleich noch mit einem weiteren romantischen Musiker-Klischee aufzuräumen, das auf mich nicht zutrifft: Kunst muss nicht aus Leiden entstehen. Ich bin ein optimistischer Typ, ich habe unglaublichen Spaß an allem, was ich mache. Und deshalb darf meine Musik auch ruhig so klingen.”

 
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