Voltaire

Voltaire

Name

Voltaire

Ort

Köln

Bundesland

NRW

Genre

Rock/ Alternative/ Metal/ Punk

Label

PIAS/Rough
Trade/GoodTo Go

Fördergegenstand

Produktion
PR- und Marketing
Tour/Festival
Sonstiges

Förderrunde

01 (2008)

Website

voltaire-musik.de

Kontakt

frank.kuehl(a)smarten-up.de

Booker

philipp(a)ass-concerts.de

Tourdaten

voltaire-musik.de/live/

Kurztext

Von Bonn nach Köln gewechseltes Rock-Quintett, das gerne im Breitwandformat schwelgt. Sänger Meyer de Voltaire, der als Diplomatenkind in Moskau aufwächst, beherrscht die hohe Kunst des Kopfstimmengesangs. Bei einem klassischen Liederabend trifft er auf Konzertpianist Hedayet Djeddikar, der Schuberts „Winterreise“ spielt. Jazzgitarrist Marian Menge kommt dazu, und mit der Rhythmussektion ist Voltaire dann komplett. 2006 erscheint ihr handwerklich brillantes Debut „Heute ist jeder Tag“, gefolgt von „Das letzte bisschen Etikette“. 

 

Presseinfo

Der Song, der das Debütalbum HEUTE IST JEDER TAG von Voltaire eröffnet, trägt den Titel ZU SCHÖN. Roland Meyer de Voltaire, der kein Nachfahre Voltaires ist (aber auf Nachfrage bestätigt seinen CANDIDE gelesen zu haben), singt in dem Song: "Die Sprechblase ist geplatzt, von einer inneren Reform geweckt." Das kann man auch auf den Sänger beziehen, wenn man will. Bei ihm mischen sich Mitteilungsdrang und eine lakonisch-abgehangene Sprache zu einer Eigenheit, die man nicht irgendwo zuletzt gehört hat, sondern die dank ihrer eigenen Bilder viel erzählt. Man merkt den 13 Songs auf HEUTE IST JEDER TAG bald an, dass sie geschrieben wurden von einem, der sich einen unkorrumpierten Blick auf die Welt erlaubt. Von einem, der zu Gunsten sich im Leben wiederholender intensiver Momente ein wenig Pathos und große Gefühle zulässt - und diese ohne Reimzwang in Texte verarbeitet. Dass sich Voltaire trotz dieser Intensitäten nicht in zuvor eingeübte Posen fallen lassen, liegt an ihrem Misstrauen gegenüber Berechnungen und Cleverness, den natürlichen Feinden jeder Authentizität. Perfekt eingespielt, widerlegen Voltaire den Gründungsmythos, dass eine Gruppe aus Schulfreunden zu bestehen habe - und dass sie aus Bonn kommen und nicht aus Berlin-Mitte, mag ebenfalls zu denken geben. Kennengelernt haben sich Roland Meyer de Voltaire und der Klavierspieler Hedayet Djeddikar auf klassischen Liederabenden: Hedayet, studierter Konzertpianist, spielte Schuberts WINTERREISE auf dem Steinway, Roland sang Wilhelm Müllers dazugehörige Verse. Vor allem aber legten sie das Fundament für die Band, die sich nach Rolands Nachnamen benennen sollte. Wie fast immer gerieten die Dinge alsdann in Bewegung. Eine Bahnfahrt von Bonn nach Köln, bei der sich Marian und Roland zufällig im Abteil gegenüber saßen, erweiterte die Band um einen Gitarristen, der sich anschickte, Jazz zu studieren. Hinzu stieß Rudolf Frauenberger, der aus einer alteingesessenen Wiener Musikerfamilie stammt, in dritter Generation Rudolf heißt und in fünfter Generation mit Musik sein Geld verdient. Schließlich David, der nach einem Ausriss von Zuhause mit 17 in Amsterdam bei einem weißrussischen Guru Schlagzeug zu spielen gelernt hat. Apropos russische Melancholie: Roland Meyer de Voltaire wuchs als Sohn deutscher Diplomaten in Moskau auf, wo er von einem ohne eigene Schuld verarmten aserbaidschanischen Musikprofessor aus Baku Klavierunterricht bekam und von seinen Eltern ungezählte Male ins Bolschoi-Theater mitgeschleppt wurde. Roland ist heute 27 Jahre alt, wie die meisten in der Band. In dem Song WO, der wie ein Bote aus einer vergangenen Zeit trotzdem alles Retrospektivische von sich weist, heißt es: "Und da sitzt du / Treibst durch den leeren Raum / Alles kalt wie Kristall / Tiefer Schnee überall". Der Song ist eine Trennungsballade. Roland: "Er ist das Nachleben einer Trennung. Nicht unbedingt nur einer Trennung in meinem Leben, sondern auch die Geschichte einer Trennung, wie sie mir von Freunden erzählt wurde. Das ganze verdichtete sich zu dem Bild von einem, der im eigenen Wohnzimmer im Schnee erfriert." Nach einem Jahrzehnt, in dem Popmusik aus Deutschland mehrheitlich funktional wirkte, als sei sie für Radioformate geschrieben und nicht Seismograph der Befindlichkeit ihrer Sänger, rütteln Voltaire an bequemen Vorstellungen: Roland Meyer de Voltaires Kopfstimme trägt ihren Teil dazu bei, dass das Debüt dieser außergewöhnlichen, von begnadeten Instrumentalisten getriebenen Band, sich sofort wie eine Position festsetzt. Nein, Voltaire sind kein Teil einer Jugendbewegung. Ja, Voltaire erlauben sich introvertierte Blickwinkel - aber sie verraten diese nicht durch übermäßigen Gebrauch einer Allerweltssprache, weder textlich, noch musikalisch. So bleibt zu erwähnen, dass HEUTE IST JEDER TAG unter anderem deshalb so bestechend frisch klingt, weil sich Voltaire überlegt haben, warum zum Beispiel Radiohead, Muse oder I Am Kloot mitunter so bestechend frisch klingen. Roland: "Wir hörten diese Platten und überlegten uns: Wie haben die diese Musik aufgenommen? Wir begannen dann, viele der heute gängigen Normen in Frage zu Stellen, die einem diktieren, wie transparent und schönklingend ein Song zu sein hat." Voltaire begannen die Aufnahmen zu HEUTE IST JEDER TAG in Bonn, in ihrer Heimbasis, dem eigenen Stonehenge-Studio - zum Großteil unter der Regie von Goetz Botzenhardt (Faithless, Paul Weller) und Oliver Weisskopf. Sechs Monate später flogen Voltaire nach London, wo sie ihr Album im Holborner Saffron Hill Studio beendeten. Bei der ganzen Produktion verwendeten sie - heute geradezu unorthodox- was ihnen gefiel, anstatt streng nach Masterplan Spuren einzuspielen. Auch auf digitale Bearbeitung der Audiospuren wurde fast komplett verzichtet. Dazu Roland: "Die meiste Zeit blieb der Computer während der Produktion aus. Wir haben auf Tonband aufgenommen." In den North Kensigtoner Soundmasters Studios begegneten Voltaire schließlich mit Kevin Metcalfe und Gordon Vicary (Queen, David Bowie, Supergrass) zwei alten Gentlemen, die angetan waren von diesen Deutschen, die es zuließen, dass sich ein Album im Laufe seiner Entstehung veränderte - um zum Schluss ganz anders zu klingen, als es ursprünglich geplant war.

 
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