Evaluierung APPLAUS - Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten 2018

Im Jahr 2018 wurde der APPLAUS – Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten – evaluiert, mit dem die Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters seit 2013 bundesweit Spielstättenbetreiber*innen und Veranstalter*innen für ihre herausragenden Livemusikprogramme prämiert.

Die Evaluierung wurde im Auftrag der Initiative Musik durch Dr. Ute Marie Metje (Evaluation & wissenschaftliche Beratung) in Kooperation mit Peter Jablonka (Forschungsgruppe SALSS) durchgeführt. 

 

Im Weiteren wird eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der Evaluation kurz präsentiert. Den ganzen Evaluationsbericht können Sie HIER ansehen. 

 

 

Ergebnisse der Evaluation des APPLAUS im Jahr 2018

Die im Folgenden dargestellten Ergebnisse der Evaluation des APPLAUS beruhen auf der Auswertung von Dokumenten der Initiative Musik und der Durchführung dreier quantitativer Online-Erhebungen und ergänzender qualitativer Interviews mit Experten und Expertinnen.

 

 

1. Die hohe Beteiligung aller drei Adressatengruppen, also der Spielstätten und Veranstalter*innen, der Akteure und Expert*innen sowie der Künstler*innen, an den Online-Erhebungen verweist auf das große Interesse der Zielgruppen am APPLAUS.

 

*) Bereinigter Einsatz: Unberücksichtigt blieben bei den Antragsteller*innen nicht erreichbare und doppelte Kontaktpersonen, bei den Akteuren und Expert*innen, diejenigen, denen APPLAUS unbekannt war  

 

 

 

2. Die wirtschaftliche Lage einer relativen Mehrheit der Spielstätten (44 %) und der Veranstalter*innen (45 %) hat sich in den vergangenen Jahren verbessert. Die Stellung der mit der Erhebung erfassten Spielstätten am Markt stellt sich tendenziell besser dar, als es der Einschätzung der befragten Expert*innen entspricht.  

  

 

3. Das Auswahlverfahren der Preisträger für den APPLAUS stößt weitestgehend auf Akzeptanz. Kritische Anmerkungen gibt es, wenn auch nicht in größerem Umfang, zur Transparenz des Verfahrens und zur Zusammensetzung der Jury. 

 

 

4. Nur an die Akteure und Expert*innen richtete sich eine Frage zur für 2018 erstmals beschlossenen Aussetzungsregel. Danach müssen Spielstätten und Veranstalter*innen, wenn sie dreimal hintereinander ausgezeichnet wurden, für ein Jahr auf eine Bewerbung verzichten. Betroffen sind von dieser Regelung relativ wenige potenzielle Antragsteller*innen, allerdings weit überwiegend aus den Bereichen „Jazz/improvisierte Musik und Experimental“.  Mit klarer Mehrheit von 57 zu 37 Prozent sprechen sich die Befragten insgesamt für eine Beibehaltung dieser Regelung aus.

 

  

 

 

5. Der Hauptnutzen der Auszeichnung durch den APPLAUS wird von allen befragten Gruppen eindeutig bei den Preisgeldern gesehen. Aber auch die öffentliche Würdigung und Pressearbeit wird als wertvoll eingeschätzt.

 

 

 

6. Dem APPLAUS wird von den Spielstätten und Veranstalter*innen wie auch von den Akteuren und Expert*innen ein hoher Grad der Zielerreichung bescheinigt. Dabei steht, mit leichtem Vorsprung, die Stärkung der (ökonomischen) Stellung der Adressaten des Förderprogramms im Vordergrund. Aber auch die öffentliche Wertschätzung der Anbieter von Livemusikprogrammen und die Qualität dieser Programme sei durch den APPLAUS gefördert worden. 

 

 

7. Anerkannt werden zwar auch positive Auswirkungen auf die indirekt zu fördernde Zielgruppe der Künstler*innen. Allerdings werden die Effekte des APPLAUS in dieser Hinsicht als weniger bedeutsam eingeschätzt. Dabei fällt auf, dass die betroffenen Künstler*innen solche Auswirkungen bisher selbst nur sehr begrenzt wahrnehmen.

 

Empfehlungen der Evaluator*innen an die Ausrichter*innen des APPLAUS-Preises

1. Durchführung einer Grundlagenstudie zur Situation der Spielstätten und Veranstalter*innen 

2. Aktivierung weiterer auszeichnungswürdiger Antragsteller*innen

3. Intensivierung der Netzwerkarbeit und Einbindung weiterer Partner*innen 

4. Prüfung der Aussetzungsregel und Rental-Regelung 

5. Erhöhung der Transparenz des Auswahlverfahrens

6. Sicherstellung der Teilnahme von Vertreter*innen wesentlicher Institutionen an den Verleihungsveranstaltungen und Ausbau begleitender Angebote

7. Erweiterung der Öffentlichkeitsarbeit zu Preisträger*innen und der Informationsverbreitung an die lokale Politik/Verwaltung

8. Prüfung der Möglichkeiten zur Sicherung der Qualität des Programmangebots und der Förderung der auftretenden Künstler*innen

 

 

 

 
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