WUNDERBAR - GERMANY AT SXSW 2015

GERMANY AT SXSW 2015
Milky Chance, SXSW 2015, Foto Silke Schmidt

Germany at SXSW 2015 – Deutsche Startups und Newcomer punkten doppelt

  • 650 Teilnehmer stellen die bislang größte deutsche SXSW-Delegation  und somit auch 2015 die zweitgrößte europäische Delegation
  • Startups aus Deutschland – wie Tinnitracks, die beim SXSW-Accelerator-Wettbewerb gewinnen – überzeugen im offiziellen Programm
  • Künstler aus Deutschland wie Milky Chance, Lena Willikens, Fjaak oder Amsterdamn! begeistern Fachgäste und Musikfans

 

 

Austin / Berlin, 25. März 2015

 

„Ich bin beindruckt von meinem ersten Besuch des SXSW mit seiner riesigen Zahl an internationalen Teilnehmern und seinem inspirierenden Programm in Austin. Gemeinsam haben wir ein modernes Deutschland gezeigt – kreativ, innovativ und professionell“, betont Ricarda Redeker, Deutsche General-konsulin in Houston (Texas, USA). „Mein ausdrücklicher Dank geht an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung und an die fünf Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen, die Initiative Musik und die weiteren Partner, Künstler und Unternehmen. Ich bin schon jetzt gespannt, was Deutschland im kommenden Jahr zu SXSW zu bieten hat.“

 

Vom 13. bis 22. März präsentierten sich in Austin deutsche Startups, Unternehmer, Festivals und Künstler. Mit über 650 Delegierten aus der digitalen Kreativ-, der Musik- und Filmbranche sowie 22 Bands stellte Deutschland auch 2015 die zweitgrößte europäische Delegation. Für die deutschen Teilnehmer bedeutete dies eine intensive Zeit mit zahlreichen Panels, Pitches, Networking-Events, Präsentationen, Konzerten und unzähligen persönlichen Gesprächen – sowohl mit internationalen Delegierten als auch unter den eigenen Delegierten, die vor allem aus den beteiligten fünf Bundesländern kamen.

 

Zentraler Ausgangspunkt für die branchenübergreifenden Aktivitäten auf der SXSW Tradeshow war der deutsche Gemeinschaftsstand, der an vier Tagen den Partnern aus den Bundesländern und Unternehmen die Chance bot, sich insbesondere bei Speed Presentations und Matchmakings vorzustellen. Dieses Angebot nutzten u.a. das Fraunhofer Institut Ilmenau, Trikont aus München und Smoope aus Stuttgart. Der durch die koelnmesse realisierte Gemeinschaftsstand wurde durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen seines Auslandsmesseprogramms ermöglicht.

 

Startups aus Deutschland schaffen Durchbruch in Austin

 

Die deutschen Vertreter und Firmen – egal ob beispielsweise aus Berlin, Hamburg, Köln, München oder Stuttgart – waren noch nie so präsent im SXSW-Programm wie 2015. Allein die Hamburger Delegation war bei 13 offiziellen SXSW-Programmpunkten vertreten. Gleich zum Start des offiziellen Interactive-Programms fanden mit dem von Nordrhein-Westfalen (NRW) und der Stadt Köln präsentierten „Startup Dating Game“ und dem Panel „The DJBrain“ zwei viel beachtete Veranstaltungen statt. Das gewachsene internationale Standing der deutschen Gründerszene zeigte auch der Wettbewerb German Start Up Engine im SXSW-Startup-Village, bei dem zehn deutsche Startups aus den beteiligten fünf Bundesländern vor internationalen Experten antraten. Als Sieger traten dabei minubo (Hamburg) sowie NavVis (München) und TripRebel (Hamburg) hervor. Dazu ging der SXSW Interactive Innovation Award in der Kategorie „Visual Media Experience“ an die Berliner filmtank GmbH für „netwars / out of CTRL“. Das länderübergreifende Projekt wurde u.a. von der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg Baden-Württemberg gefördert.

 

Tinnitracks gewinnen den SXSW-Accelerator-Wettbewerb

 


Tinnitracks, SXSW-Accelerator

 

Gerade für Jungunternehmer – die oftmals mit finanzieller und inhaltlicher Unterstützung ihrer Bundesländer nach Austin reisten – bot SXSW die Chance, in einer kurzen wie äußerst intensiven Zeit unzählige neue Investoren- und Kundenkontakte zu knüpfen. So unterstützte beispielsweise Baden-Württemberg zehn Startups aus seinem Bundesland. Ein mustergültiges Beispiel für den Erfolg der „German Startups“ auf der SXSW ist die Hamburger Firma Tinnitracks, die beim offiziellen SXSW-Accelerator-Wettbewerb in der Kategorie Digital Health und Life Science gewann.

Bereits im dritten Jahr in Folge gab es ergänzend zum Messestand das German Haus, das gemeinsam vom Bund und den fünf Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen getragen wird. Seit 2013 bietet es einen zweiten Anlaufpunkt zum Networking und eine Bühne für die deutschen Aktivitäten, die in den letzten Jahren Stück für Stück weiter ausgebaut wurden. Das German Haus zog täglich 1.000 bis 1.500 Besucher an – eine deutliche Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren – und war über eine Woche einer der „Places to be“ in Austin. 

 


German Haus, WUNDERBAR, Foto: Daran Herrman

 

Innerhalb von sechs Tagen zeigte es viele unterschiedliche Facetten. So präsentierten sich beispielsweise Bayern und Hamburg gemeinsam unter dem Titel Oktoberfest @ Reeperbahn. Dazu gab es ein Tischfußballturnier „FC St. Pauli & FC Bayern Munich Foosball“ – eine Kombination, die nur so in Austin möglich ist. Besondere Höhepunkte waren das gemeinsame Networking Event der Münchner Digital-Konferenz DLD (Digital-Life-Design) und der Ansiedlungsagentur des Freistaats Invest in Bavaria, das Panel „Why Media Labs are awesome“ oder die Digital Power House Events von NRW und der Stadt Köln, ebenso die 120-Minuten-Party von Baden-Württemberg und der Berliner Interactive Abend in Kooperation mit dem Tech Crunch Event und Amazon Web Services. Die Interactive Party wurde dabei exklusiv mit einem Fireside Chat von Amazon CTO Dr. Werner Vogels eröffnet. Nicht mehr wegzudenken ist der mittlerweile traditionelle Wunderbar-Lunch des BMWi, des Generalkonsulats Houston und der Initiative Musik, an dem allein über 400 Musikexperten teilnahmen.

 

Panel „Why Media Labs are awesome“ - mit Stefan Sutor, BLM Innovate: Media, Munich, Michael Praetorius, MIZ Babelsberg, Ulrike Langer, Vocer Media Lab, Hamburg, Justin Hendrix, NY Media Lab, Ken Doctor, Media Analyst, Newsonomics, Foto: Silke Schmidt, Bavaria SXSW

 

Darüber hinaus bot das von Ralph Christoph von der Kölner c/o pop moderierte Panel „Conquer the German Market“ im SXSW-Programm vielfältige Einblicke in den komplexen deutschen Musikmarkt. Auf dem Panel wirkten Udo Dahmen (Popakademie Mannheim), Jürgen Enninger (Landeshauptstadt München, Referat für Arbeit und Wirtschaft, Kultur und Wirtschaftsförderung), Christian Morin (Pop Kultur, Berlin) und Alexander Schulz (Reeperbahn Festival, Hamburg) mit. Bei einem Panel zum Thema Exportbüros mit Teilnehmern aus den USA, Kanada, Norwegen und Deutschland stellte Mike Heisel, Musikmanager und Aufsichtsratsmitglied der Initiative Musik, anschaulich dar, wie die Künstlerförderung der Initiative Musik im Hinblick auf den Musikexport funktioniert.

 

Wunderbar: „German Acts“ begeistern Fachgäste und Fans


 

2015 waren 22 Bands aus Deutschland beim offiziellen Programm dabei. Musicboard Berlin und Reeperbahn Festival kuratierten jeweils einen offiziellen Abend im SXSW-Programm. Dabei sorgten etablierte Acts wie Milky Chance, Fritz Kalkbrenner oder Marcel Dettmann ebenso wie die zahlreichen Newcomer aus Deutschland für viel Aufsehen. Milky Chance, die vier Shows im offiziellen Programm spielten, gehörten zweifelsfrei zu den Top-Acts des SXSW 2015. Für den amerikanischen Markt arbeitet die Band aus Kassel mit dem Label Republic Records zusammen. Auf ihrer größtenteils ausverkauften Nordamerika-Tour, die noch bis Ende Mai läuft, werden sie insgesamt 49 Konzerte spielen.


 

Eine der Überraschungen des Festivals war die Berliner „Techno-Boyband“ Fjaak, die im German Haus gleich zwei mitreißende Auftritte hinlegte, die bei den  Fachgästen nicht nur zu viel Beifall, sondern auch zu mehreren Geschäftsanbahnungen führten, wie Katrin Hall von Monkeytown Records berichtet: „Weder schüchtern noch auf den Mund gefallen und dann auch noch zu dritt – hyperactive Power-Networking at its best. Wenn auch nur zehn Prozent dessen wahr wird, was die Jungs in Austin angeleiert haben, wird alles gut. Die Fakten: Wir haben jetzt einen US-Booker für Kanada und die USA im Boot, Jes Elliott vom SXSW ist größter Fan und hilft auf jeden Fall auch bei der nächsten US-Tour mit. Wenn alles gut läuft, kommt die schon im Herbst. Auf dem Showcase im German Haus am Nachmittag haben wir drei  Gigs für Europa eingetütet und am Abend fast alle zum Tanzen gebracht.“ 

 

Ωracles (live), Reeperbahnfestival Showcase, Foto: IHM

 

Amsterdamn! aus Mannheim, die wie Fjaak und Ωracles beim Wunderbar-Showcase aufspielten, sind von den intensiven Tagen und Nächten in Austin begeistert. „Eine absolut verrückte und einzigartige Erfahrung. Musikbusiness trifft auf Musikfans. Für uns persönlich war es sehr wertvoll für den Fortschritt und als Erfahrung“, berichten die Musiker, die Absolventen der Popakademie Mannheim sind. Und weiter mit einem Augenzwinkern: „Wir sind sehr dankbar dafür und kommen ggf. gern wieder, um nach Dave Grohl und Snoop Dogg die eine oder andere Keynote zu halten!“  Pünktlich zu ihrem Konzert war u.a. David Massey, Präsident von Island Records aus New York, extra ins German Haus gekommen. 

 

WUNDERBAR - Prof. Hubert Wandjo, David Massey, Mike Heisel - nach dem Showcase von Amsterdamn!

 

Mit Magic Island war eine weitere Newcomerin aus Berlin dabei, die mit bisher einer EP am Anfang ihrer Karriere steht. „SXSW war für mich als Künstlerin sehr reizvoll: Viele Menschen und viel Energie auf einem relativ kleinem Raum. Ich bin sehr dankbar, im German Haus gespielt zu haben. Es war der perfekte Ort, andere Kreative aus verschiedenen Bereichen kennenzulernen.“ Magic Island, die ihre Musik auf dem neuen Berliner Label Mansions and Millions veröffentlicht, spielte zusätzlich zu SXSW auch Konzerte in Toronto und New York.

 

Auch für Lena Willikens aus Köln hat sich die Reise nach Austin gelohnt. Bei ihren zwei Gigs im German Haus konnte sie Sets spielen, die den Geist ihrer Radio Show "Sentimental Flashback“ transportierten. Dazu kam noch das Cómeme Showcase im Abendprogramm von SXSW: „Durch unseren dritten Gig am Abend im Club Empire Control Room hatte wir die Möglichkeit, Cómeme Fans kennenzulernen, die extra für unser Showcase beispielsweise aus Mexiko oder auch aus Houston angereist kamen. Außerdem konnte ich Kontakte für meine anstehende Japan-Tour im Frühling 2016 machen.“

 

Die Initiative Musik koordiniert seit 2010 die deutsche Gemeinschaftspräsentation zu SXSW. Der deutsche Messestand ist für die Unternehmen der Musik-, Film- und Interactive-Branche auf der SXSW Tradeshow der Treff- und Informationspunkt. Der Gemeinschaftsauftritt zu SXSW in Austin (Texas/USA) ist Bestandteil des Auslandsmesseprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Am German Haus beteiligen sich die fünf Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen wie auch die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung.

 
+